NET-Metrix-Serverpanne
Server nach einer Woche geflickt. Daten noch nicht.
Von Peter Hogenkamp am 6. Februar 2008 um 16:27 Uhr Kommentare (17)
Kategorien: IT
Hatte am Freitag bei hogenkamp.com schon was zu NET-Metrix geposted. Jetzt wird’s Blogwerk-relevant, weil wir morgen unsere Januar-Zahlen nicht hier veröffentlichen können.
Seit einer Woche gibt es bei NET-Metrix keine Unique-Clients-Zahlen mehr, weder für Januar noch für Februar. Während der ganzen Zeit gab es keine einzige Information an die zahlenden Kunden: was der Grund ist, bis wann es vermutlich repariert wird, gar nichts.
Heute kam dann eine Mail. (In der stand genau genommen, man habe gestern diese Mail verschickt, die aber nicht bei allen angekommen sei, daher heute noch mal. Ähm… Genau das dachte ich auch!)
NET-Metrix-Audit: Verschiebung der Publikation der Januar-Kennzahlen 2008
Sehr geehrte Damen und Herren
Am Abend des 31. Januars 2008 kam es leider bei einem unserer Server des NET-Metrix-Audit-Messsystems zu einem Totalausfall. Der Ausfall betraf die Hardware, die für die Aggregation der Unique Client-Werte zuständig ist. Dieser Server musste ersetzt, reinstalliert und die archivierten UniqueClient-Daten in die Datenbank neu eingelesen werden.
In der Zwischenzeit konnte der komplette Restore der Daten verlustfrei durchgeführt werden. Die UniqueClient-Daten bis Dezember 2007 stehen im Auswertungstool Heatmap wieder vollständig für Auswertungen zur Verfügung.
Die UniqueClient-Werte für den Januar 2008 müssen nun nachträglich aus den gemessenen Client-Daten berechnet und für die Auswertung nachgezogen werden. Leider wird dieser Vorgang, wegen der sehr grossen Datenmenge, die verarbeitet werden muss, mehrere Arbeitstage in Anspruch nehmen. Erst danach können die monatsaggregierten Werte für die Publikation der Januar 2008-Daten bereitgestellt werden.
Während der Datenaggregation werden wir die UniqueClients für Januar und Februar 2008 in Heatmap nicht ausweisen können. Es kann zudem vorkommen, dass Heatmap vorübergehend nicht erreichbar sein wird. Wir werden alles daran setzen, die Unterbrüche so minim wie möglich zu halten. Für die dadurch verursachten Unannehmlichkeiten bitten wir Sie schon jetzt um Entschuldigung.
Durch die erwähnte Verzögerung bei der Berechnung der zu publizierenden Monats-UniqueClients sehen wir uns leider gezwungen, die für Freitag, 8. Februar 2008 vorgesehene Publikation auf die Kalenderwoche 7 zu verschieben. Wie gewohnt, werden wir Sie einige Tage vor dem eigentlichen Publikationstermin per Mail über die bevorstehende Veröffentlichung informieren.
Für weitere Fragen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Freundliche Grüsse
Mirco Marrone & NET-Metrix-Team
Mal überlegen, was das heisst. Dabei wollen wir absehen davon, dass ich auch schon am 30. Januar keine Unique Clients mehr abrufen konnte und sicher nicht erst am Abend des 31. Januar, denn am 31.1. um 15.21 Uhr habe ich schon angefragt, woran das liegt, dass es “schon den ganzen Tag” nicht mehr funktioniert. (Ich schaue immer schon morgens um 5 Uhr, und dort bekam ich schon keinen Wert mehr für den 30.1.)
Jetzt aber schön der Reihe nach:
Server ersetzen: maximal 24 Stunden. Mit einem normalen Servicevertrag hat man meist am “next business day” die neue Hardware; wenn man den etwas teureren nimmt, sollten es eher sechs Stunden Reaktionszeit des Lieferanten sein. Aufsetzen und Backup zurückspielen nochmal etwa ein halber Tag. Wir hatten neulich bei Zeix so einen Fall am Wochenende, Philipp fuhr am Sonntag ins Büro, begutachtete den Schaden und richtete einen temporären Drive ein, am Montagmorgen kam der Techie von Baggenstos, und am Montag Nachmittag lief alles wieder. OK, das war “nur” ein Fileserver, aber Emergency Recovery muss im Prinzip immer gleich funktionieren. Wenn man einen grösseren Server hat, braucht man halt auch ein grösseres Backup-Tape, einen besseren Notfallplan und so weiter. Anders gesagt: Ich glaube nicht, dass jemand einen Plan abnehmen würde, der vorsieht, dass das System erst nach einer Woche wieder live ist.
Keine Ahnung, ob die Aufbereitung der Daten tatsächlich “mehrere Arbeitstage” dauert, die Formulierung “Arbeitstage” klingt irgendwie nach Achtstundentag, und wenn der Server mal Daten rechnet, dann rechnet er ja wohl 24 Stunden pro Tag. Nehme wir an, dass es so lange dauert. Aber ich habe den Verdacht, sie haben erst vorgestern (also am Tag 5 nach dem Ausfall) angefangen, denn seitdem sieht man die Option “Unique Clients” und die erwähnten Dezember-Daten wieder im Tool, d.h. seitdem läuft vermutlich der UC-Server wieder.
Über die Architektur liesse sich auch noch nachdenken, allerdings muss ich natürlich zugeben, dass ich die interne Funktionsweise der Applikation überhaupt nicht kenne. Aber trotzdem: Ein Server pro Messgrösse? Keine redundante Hardware, auf der parallel gespeichert wird? Keine Backups der Indizes? Irgendwie klingt das etwas schräg.
Um es klar zu sagen: Ausfälle können passieren, unser Blog-Server lief im Dezember auch alles andere als stabil. Aber erstens sind wir ein kleines Startup und die das zahlenmässige Rückgrat der gesamten Schweizer Internetbranche. Und zweitens ist die Frage, was man macht, wenn wirklich etwas passiert. Wir lassen dann jedenfalls alles stehen und liegen, bis es wieder läuft. Der Verdacht, dass jemand von NET-Metrix sich hat um den Schlaf oder um sein freies Wochenende bringen lassen, ist mir bei dieser Geschichte zu keiner Zeit gekommen. Wie gesagt, allgemein informiert wurde erst am Tag 6!
Und nun wird also einfach alles weitere um eine Woche verschoben. Die Publikation dann auch auf irgendwann nächste Woche. Als ob man nicht wenigstens die Zeit zwischen der obligaten Nachfrage, ob sie die Daten publizieren können und der tatsächlichen Publikation mal etwas stauchen könnte. Nö. Dienst nach Vorschrift.
Und uns als Publishern ist es ja weiterhin verboten, die Zahlen vorher zu veröffentlichen. (Wobei, ich hätte sagen können, ich habe die Mail nicht erhalten, und sie einfach morgen bringen. :-) Denn da sind sie dann ganz, ganz streng, wenn man sich nicht exakt daran hält.
Wo wir eh gerade sauer waren, haben wir mal geschaut, was eigentlich dieselbe Dienstleistung im Ausland pro Jahr kostet. Annahme: 1 Million Page Impressions pro Monat (das Pricing ist bei allen davon abhängig, mit Sprüngen).
- Deutschland: I.VW, laut PDF Beitragsordnung für Anbieter von Online-Medien
314 Euro, einmalige Aufnahmegebühr 78 Euro - Österreich: auf Anfrage (ich hab mal angefragt)
- Schweiz: NET-Metrix, laut Kalkulator
CHF 2′780, einmalige Aufnahmegebühr CHF 900
Tja. Teuer und langsam - aber solange man Monopolist ist, ist ja alles nicht so schlimm.
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17 Kommentare
Sie könnten uns zumindestens die Januar-Gebühren erlassen…
BloggingTom
schrieb am 6. Februar 2008, 17:20 Uhr (Permalink zum Kommentar)Ja bei 314 Euro würd ich mir ein Mitmachen auch noch überlegen. Aber 2′780 Franken? Oehm, ich eröffne wohl am besten eine Konkurrenz zu denen…
Rafael
schrieb am 7. Februar 2008, 10:12 Uhr (Permalink zum Kommentar)Jungs - noch nicht begriffen? Bei uns in der Schweiz ist alles teurer und alles langsamer als sonst irgendwo. Und das nicht erst seit gestern - dafür warten wir komfortabler als andere :-). @Pat: Warum? Du hast ja die Januar-Daten drin, die UC funktionieren noch nicht, sonst aber alles - und die UC werden auch bald wieder drin sein. Also kein Grund für Preiserlass - leider. @BLOGGINGTOM: Wir fahren Ferrari, das deutsche Teil ist ein Lada. Sagen zumindest die Scheffdemoskopen vom Tagi und der Swisscom.
Diss lieber die Jungs von Spring - denn die WEMF kann ja nichts dafür. Mirco hat die Server nicht kaputt gemacht und es ist einfach gelogen, dass irgendjemand existentiell auf die Zahlen angewiesen ist. +/- eine Woche geht immer, auch wenn man dafür bezahlt kann man im Technologiebereich leider nie eine 100%-Sicherheit haben.
Patrick Mollet
schrieb am 7. Februar 2008, 10:15 Uhr (Permalink zum Kommentar)Naja, es geht ja weniger um eine 1:1-Entschädigung, aber irgendein Zeichen von WEMF wäre schön… Aber wahrscheinlich steht irgendwo im Kleingedruckten, dass sie für genau nix haften und eigentlich auch keine Zahlen liefern müssen - sondern das aus reinem Goodwill tun ;-)
Peter Hogenkamp
schrieb am 7. Februar 2008, 10:34 Uhr (Permalink zum Kommentar)Hallo Rafael
Habe kein Problem mit Deiner Meinung. Bin nur selbst anderer.
Ich kenne den Mirco Marrone nur vom Mail. Vielleicht ist der ein super Typ und jetzt völlig am Boden zerstört, und man müsste wirklich Spring dissen und nicht ihn. Das ist mir aber erstmal egal, denn er steht für mich hinter dem Produkt. Bei den vielen Ausfällen von Hostpoint war auch immer irgendwelche Hardware kaputt, und es hatte bestimmt keiner von Hostpoint einen Kaffee reingeschüttet.
Aber sein Produkt war kaputt, und fünf Tage lang hat er nichts von sich hören lassen. Und solange, wie ich keine Details höre, woran es gelegen hat, bin ich halt auf den sauer, den ich kenne. Schau mal das hier von Cyon an. Das nenne ich Krisenkommunikation. Da denkt jeder: Ui nein, dumm gelaufen.
Und vielleicht ist es auch vielen völlig scheissegal, wann man die UCs bekommt und wann die offizielle Monatsauswertung rausgeht. Ich kann nur sagen: MIR war es nicht egal. Ich hatte am Montag eine wichtige Präsentation, und wir haben im Januar einen Riesensprung gemacht, und ich hätte gern am Montag die korrekte Zahl gewusst, und das ging nicht. Ich würde nicht jeden Tag fünfmal schauen, wenn es mir total egal wäre, denn das wäre mir schon die Zeit zu schade.
Rafael
schrieb am 7. Februar 2008, 10:52 Uhr (Permalink zum Kommentar)Mit besserer Kommunikation wären die Daten auch nicht schneller hergestellt worden. Und für Christine Diemand und Mirco Marrone kann ich wirklich die Hand ins Feuer legen, die strengen sich maximal an und sind mit Herzblut dabei. Ich kann Deine Wut verstehen - aber Du hast den falschen getroffen. Und dabei bleibe ich.
Peter Hogenkamp
schrieb am 7. Februar 2008, 10:57 Uhr (Permalink zum Kommentar)“Tu Gutes und rede darüber.” (deutsches Sprichwort)
Anita
schrieb am 7. Februar 2008, 18:00 Uhr (Permalink zum Kommentar)Ist es eigentlich okay, dass Korrespondenz zwischen Vertragsnehmern hier veröffentlicht wird?
Gibt es eigentlich eine Blogwerk-Etiquette? Was sagen Sie Herr Hogenkamp, als Blog-Experte?
Peter Hogenkamp
schrieb am 7. Februar 2008, 18:26 Uhr (Permalink zum Kommentar)Wie Sie sagen, Anita, ich bin Blog-Experte und kein Jurist. Aus Blog-Sicht ist es okay.
Ausserdem besteht wohl eine Art öffentliches Interesse, weil sich sonst mancher wundern könnte, wo die Zahlen bleiben. Hier steht jedenfalls nichts.
Rafael
schrieb am 8. Februar 2008, 10:16 Uhr (Permalink zum Kommentar)Ich habe noch mal nachgedacht und mich daran erinnert, dass bereits im Januar irgendwelche Hinweise beim Login-Fenster standen, die darauf hinwiesen, dass irgendwas nicht angezeigt werden kann. Darauf habe ich bei WEMF angerufen und man hat mir die ganze Sache erklärt. Das hat in meinen Augen sehr gut geklappt und deswegen war ich so erstaunt über den Verriss von Peter. Ist mir gar nicht in den Sinn gekommen dass er vielleicht nicht angerufen hat. Ich habe mir auch nicht überlegt, was wohl die von feuerwehr.ch oder den anderen 180 Teilnehmern machen, ob die wohl auch wissen, warum es kaputt ist. Aber mir kam meine langjährige Tätigkeit in der UC der WEMF für Internetforschung in den Sinn und eine gute Idee: Peter, komm doch auch mit in die UC. Da kannst Du wirklich Einfluss nehmen und Inputs für Krisenkommunikation geben. Ich habe darin sicher nicht so viel Erfahrung wie Du und bin sicher, dass Deine Skills die UC bereichern werden. Es hat mir einfach weh getan, dass die Arbeit von allen Beteiligten mit Deinem Verriss zurückgestuft wird. Du schadest damit dem Ansehen der Studie und somit sogar Deinen eigenen Werten (die Du aber sehr gerne publizierst, wenn sie denn da wären :-)). Das hat mich echt so genervt wie Du wahrscheinlich von der Nichtkommunikation genervt warst. Gerade Du solltest ja über die “Macht” eines Blogs Bescheid wissen und Dein Blogwerk hat mit Sicherheit eine sehr hohe Akzeptanz und Relevanz bei der Meinungsbildung Deiner Leser. Es ist bestimmt nicht alles Grün bei der Internetforschung, mir fehlen z.B. die Bildschirmgrössen und die Flash-Versionen, beglaubigte Tagesreichweiten etc. aber ich finde es nicht in Ordnung, wenn die Kritik so weit führt, dass man das Gefühl hat, die WEMF ist ein kopfloser Hühnerhaufen. Und noch was zu den Kosten: WEMF macht keinen Gewinn - und wenn eine Studie billiger wird als angenommen kriegt man sogar Geld zurück. Das ist sehr ehrlich und lässt mich über (sicher vorhandene) Schwächen in Kommunikation hinwegsehen. Gut war es nicht was die WEMF gemacht hat, aber Dein Post hat es nicht besser gemacht. Vielleicht habe ich auch einfach Angst vor einer Zukunft wo jeder jeden wegen irgendwas an einen öffentlichen Pranger stellt. Gab ja mal so einen Hippie der was vom ersten Stein gefaselt hat. Und bei der Kommunikation hat wohl jeder von uns schon gesündigt :-) :-) :-).
Peter Hogenkamp
schrieb am 8. Februar 2008, 11:39 Uhr (Permalink zum Kommentar)Sorry, dass ich nicht angerufen habe; ich hatte zweimal gemailt. Wenn sie wollen, dass man sie anruft, damit man gescheite Auskünfte bekommt, wann es wieder funktioniert, müssen sie das sagen, dann rufe ich auch gern an. Aber im oben zitierten Mail stand ja auch kein Termin, bis wann es wieder läuft, deswegen nehme ich an, dass ich am Telefon auch keine andere Auskunft bekommen hätte.
Ja, wir haben alle schon mal gesündigt, und wenn wir sündigen, kriege ich sofort die entsprechenden Kommentare.
Theophil
schrieb am 13. Februar 2008, 15:40 Uhr (Permalink zum Kommentar)Probleme habt ihr! Aber für uns Normaluser ist es nur gut, wenn eure Spionagesysteme auch mal ausfallen.
Wenn ich surfe möchte ich mich weder zählen noch kategorisieren noch sonstwie auswerten lassen. Deshalb ist in meinem Adblock plus neben dem Werbeschrott auch die ganze WEMF-, ivw-, googlesyndication-, google-analytics- und sonstige Scheiße geblockt. Wertet doch gefälligst selbst eure Logfiles aus.
Peter Hogenkamp
schrieb am 13. Februar 2008, 17:56 Uhr (Permalink zum Kommentar)Probleme hast Du, Theophil…
Oliver
schrieb am 14. März 2008, 13:23 Uhr (Permalink zum Kommentar)Diss lieber die Jungs von Spring - denn die WEMF kann ja nichts dafür ???
Aber die “Jungs von spring” ja wohl auch kaum, da die entsprechende Hardware nicht von spring bereitgestellt oder gewartet wird. Das nur der Vollständigkeit halber …
Oliver
Peter Hogenkamp
schrieb am 14. März 2008, 13:25 Uhr (Permalink zum Kommentar)Es ging und geht vor allem um die Kommunikation. Die war nicht vorhanden.
Im Moment ist wieder etwas kaputt, und da waren sie schon deutlich besser. :-)
Urs Hügli
schrieb am 16. April 2008, 14:56 Uhr (Permalink zum Kommentar)Gut gebrüllt, Löwe …. ääähhh Peter. Genau das selbe habe ich mir am 1. Februar 2008 auch gedacht! Ja, wir trafficgetriebenen Anbieter sitzen wirklich im selben Boot! Weiterhin viel Erfolg mit blogwerk!
Urs Hügli, homegate.ch
Peter Hogenkamp
schrieb am 16. April 2008, 16:37 Uhr (Permalink zum Kommentar)Danke, Urs. Rauchst Du nicht mehr oder fährst Du weniger Zug? Habe dich lange nicht mehr auf dem Bahnsteig getroffen. :-)
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Patrick Mollet
schrieb am 6. Februar 2008, 16:51 Uhr (Permalink zum Kommentar)