Marcel Marchon gab mir schon vor ein paar Wochen dieses berechtigte Feedback:
hab grad gedacht – eigentlich solltet Ihr doch euer corporate blog eher unter “blog.blogwerk.com” laufen lassen und unter der haupt-domain “blogwerk.com” sowas aehnliches wie das hier http://marchonblogs.com/ machen – eine uebersicht ueber aktuelle postings von all Euren blogs (plus ein paar statische seiten ueber Euch und die firma – “ueber uns” etc.).
Das stimmt natürlich, da hab ich beim Aufsetzen einen Denkfehler gemacht.
Ausserdem, wenn mir noch oft Sachen geklaut werden (schon wieder gefunden), läuft das Blogwerk-Blog ohnehin Gefahr, zu meinem persönlichen Erzähl-Outlet zu werden, und das ist auch nicht die Idee.
Fazit: Beim geplanten “Redesign” (falsches Wort, es geht nicht nur um Design, sondern darum, alle Blogs auf ein neues Template zu portieren) in ca. zwei Wochen werden wir das umstellen. Dann ändert sich einmal auch der Feed von dem hier, aber Ihr 100 Leser werdet es verkraften…
Während ich das hier schrieb, sass ich in Dortmund beim Hauptbahnhof zwischen Hunderten von Samba-tanzenden Brasilien-Fans hinter mir und Dutzenden von fernsehschauenden Spanien-oder-Frankreich-Anhängern vor mir, und sah mir mit einem Auge das unerwartete 1:3 an. Weil man ja weiss, dass man bei Massenaufläufen auf seine Sachen achten sollte, hatte ich ein Stuhlbein in die Mitte des Tragegurts von meiner Laptop-Tasche gestellt. Nun ja, im nachhinein ist natürlich selbstkritisch anzumerken, dass das nicht eben die hundertprozentige Diebstahlsicherung war, weil man ja den Gurt an beiden Enden locker aushaken kann.
Als ich um 23.28 Uhr direkt nach dem Absenden des Posts meine Tasche greifen wollte, war sie dann also weg. Habe dann auch nicht mehr lange nutzlos rumgesucht, sondern lieber schnell noch einen Polizisten gefragt, wie man das mit der Anzeige macht, wenn man in vier Minuten auf den Zug muss. Antwort: “Kein Problem, das können Sie an jeder Polizeiwache in ganz Deutschland machen.” – “Ich wohne aber in der Schweiz.” – “Ja, das ist schlecht, dann können Sie gar nichts machen, da müssen sie halt nochmal nach Deutschland kommen.” – “Kann ich nicht morgen hier anrufen und fragen, ob das auch telefonisch geht?” – “Na gut, ich geb ihnen mal die Nummer” (Tonfall impliziert, dass das eher eine Ausnahme ist). Das verspricht noch interessant zu werden.
Etwas weniger spannend wird die Wiederbeschaffung. Erste Bestandsaufnahme: Alles wichtige hatte ich “auf Mann”, wie der Schweizer Militarist sagt, zwei Handys, u.a. das nagelneue LG Mobile Chocolate, Geld in beiden Währungen, Brieftasche, Digitalkamera etc. Und Laptop praktischerweise in der Hand mit vodafone-UMTS-Karte drin. Weg sind dagegen: Swisscom Mobile Unlimited 5-in-1, iPod nano, von Christina geliehener Laptop-Zweitakku, Ladegerät, diverse Kabel , ein sauberes T-Shirt für morgen, und, besonders tragisch, das nagelneue, noch verschweisste Buch Medienarbeit im Netz von Marcel Bernet, das ich schon auf der Hinfahrt lesen wollte, wobei ich The Art of the Start von Guy Kawasaki auch dabei hatte; keine Ahnung, warum ich immer denke, ich brauche für sowieso nur kurz lesen mindestens zwei Bücher und drei Spiegel-Ausgaben. Auch weg: Die ausgedruckte Fahrkarte, was den Nachtzug-Schaffner so überforderte, dass er nicht mal meinen Ausweis haben wollte, sondern meinte: “Das machen wir dann alles morgen früh.” Bin auch darauf gespannt.
Jedenfalls, germanblogs, 30 Blogs hin oder her, ich finde, bei der persönlichen Opferbereitschaft liegt Blogwerk schon mal 1:0 vorn.
Holtzbrinck bereitet irgendwas mit Blogs vor, das wusste man schon lange. Und auch Germanblogs gibt es schon einige Zeit, Robert Basic hat schon im März moniert, es sei ihm zu retortenmässig. Vielleicht deswegen hatte man auch bisher das Gefühl, zwischen der “etablierten” Bloggerszene und Germanblogs bestehen nicht allzuviel Querverbindungen.
Nun sind sie aus dem Busch gekommen. Haben eine Pressemitteilung gemacht, die heute im eMarket-Newsletter ist:
Holtzbrinck startet Germanblogs.de
Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck startet Germanblogs.de, das sich als themenorientiertes Experten-Blognetzwerk etablieren soll. Für die Konzeption und Umsetzung zeichnet das Medien- und Consulting-Unternehmen Boogie Medien verantwortlich. Zum Start verzeichnet das Medienangebot 30 Weblogs aus den Bereichen Gesellschaft, Leben, Unterhaltung, Metropolen, Sport und Technik. Die Blog-Beiträge stammen von engagierten ‘Experten’, die ohne die Hilfe einer Redaktion zu ihrem Thema bloggen. Neben den Beiträgen stellen die Autoren Linklisten und RSS-Feeds zusammen. Die Leser von Germanblogs.de sollen dann die Beiträge ergänzen.
30 Blogs, Donnerwetter, aber da wird es auch schwer, dass eine Redaktion da noch irgendwas coacht. In den USA gab und gibt es ja verschiedentlich die Diskussion, was ist besser, Masse (weblogs inc. mit rund 90 Blogs) oder Klasse (Gawker mit 15). Ich tendiere eher zu wenig.
Ein Intrablog haben sie auch gelauncht, womit sie aber nicht das meinen, wonach es klingt, sondern ein “Wir über uns”. Und in dem nehmen sie unter dem Titel Was ist germanblogs und wer steckt dahinter? auch kein Blatt vor den Mund, was sie sein wollen oder schon zu sein glauben:
Die erfolgreichsten Blog-Netzwerke gibt es bislang in den USA. ?WeblogsInc.? bildet dort mit fast 100 Blogs das stärkste Netzwerk. Aber auch in Europa starten Blog-Projekte erfolgreich. Dazu gehören beispielsweise blogo.it in Italien oder das spanische Blog-Netzwerk: weblogssl.com. germanblogs besetzt dieses Feld im deutschsprachigen Raum. Es schafft eine hochqualitative und authentische Informationsplattform für eine anspruchsvolle Zielgruppe.
Aha, “besetzt dieses Feld im deutschsprachigen Raum.” Thomas Gigold, liest Du das? Ich hatte wenigstens noch “hat sich zum Ziel gesetzt…” geschrieben; germanblogs ist schon am Ziel.
Mein Lieblingspost von heute: Die Top Ten der Diktatoren. Die Achtzigerjahrepostille “Tempo” lässt grüssen, falls sich noch jemand erinnert. Post ist nur abgeschrieben von parade.com, was keine Entschuldigung ist.
Das Rennen ist jedenfalls eröffnet. Schöne Grüsse aus Samba-Dortmund nach Stuttgart.
Das Thema “Wie kommt man noch an WM-Tickets?” scheint immer noch von grossem Interesse zu sein, auch für Privatradios. Durfte zwei Radio-Interviews machen für Antenne Koblenz und Radio LOTTE Weimar (super Name). Gut, ist noch nicht ganz SWR3, aber immerhin.
Als wäre die Leidensgeschichte unseres Podcast nicht schon lang genug…
Kurze Rückblende: Am 5. Mai habe ich den Telefon-/ADSL-Anschluss in unserem neuen Büro bei Swisscom Fixnet angemeldet. Das ging leider nicht online, sondern nur telefonisch, wenn man beides gleichzeitig machen will. Frau Bertsch war sehr freundlich. Sie riet mir, den Anschluss erstmal auf mich privat anzumelden, dann den HR-Auszug abzuwarten und dann den Vertrag umzuschreiben. Das habe ich auch genauso gemacht und den Vertrag letzte Woche zurückgeschickt, mit der Bitte, ihn umzuschreiben.
Nur war ich damit offenbar etwas zu langsam, oder Swisscom etwas zu schnell. Heute um 14.02 Uhr wurde der Anschluss abgeschaltet, weil der Vertrag nicht vorlag. Wir hatten bis nach 13 Uhr noch rumtelefoniert, und fanden es genau in dem Moment heraus, als wir unsere Reporter im Stadion anrufen wollten.
Nach viel hin und her ist die Leistung nun um 15.01 Uhr im CRM oder so jetzt wieder aktiviert. Frau B.N. vom FX-Callcenter schreibt: “Nun muss die Aktivation nur noch durchs System gehen (daran kann ich leider nichts mehr ändern).” Das dauert ihren Angaben zufolge “rund eineinhalb Stunden” – ha ha, genauso lange wie ein Fussballspiel.
Disclaimer: Swisscom Fixnet ist Kunde von Zeix. Ich bin Kunde von Swisscom Fixnet.
Update 1 um 15.10 Uhr: Ein Kränzchen gewunden für Swisscom Fixnet: Es läuft schon um wieder. Jetzt bin ich gespannt, was als nächstes schiefgeht…
Update 2: War ja nicht so schwer zu erraten. Manuel hat mit fast schon journalistischem Flair prima Fotos hochgeladen. Und sich dabei so verausgabt, dass schon etwa 15 Minuten nach Spielbeginn sein Akku leer ist. Ausserdem ist es schwierig, in so einem Stadion mit 50′000 Leuten per Handy zu telefonieren, GSM macht einfach nicht mit. Wir kommen erst beim zehnten Mal durch.
Dass jeder in fünf Minuten einen Blog aufsetzen kann, stimmt wohl. Bei einem Podcast sieht es derzeit noch etwas anders aus. Jedenfalls wenn man eine vernünftige Qualität will und etwas machen, von dem ich dachte, es sei ganz selbstverständlich: im Podcast jemanden anrufen. Wir haben es mit Skype probiert und mit einem anderen VoIP-Client, mit diversen Programmen und Settings etc. etc., aber immer hallte es, übersteuerte, die angerufene Person verstand uns nicht, wir sie nicht etc. Und wenn die Person noch im Stadion sitzt, wo im Hintergrund 50′000 Leute irgendwas brüllen, kann man auf der Technik nicht auch noch erschwerte Bedingungen gebrauchen…
Nach vier Tagen Basteln, Kauf eines Mikrofons und eines Mischpults, Umlöten eines alten Analog-Telefons beim Elektroniker und Support von diversen Experten haben wir nun einen Setup, mit dem wir für den Moment happy sind, sogar unsere schwer zufrieden zu stellende “Producerin” Christina.
Am Montag im WM-Blog werden wir also mit dem ersten Podcast von Togo-Schweiz live gehen. Diesmal haben wir auch sicher drei Reporter vor Ort, denn wir haben drei Tickets ersteigert und schicken Manuel, Sandro und Roman ins Rennen. Weitere sind willkommen, für Montag (Togo-Schweiz) und Dienstag (Ecuador-Deutschland).
Wir sind gespannt…
PS. Ach ja, letztes Mal hatte jemand gefragt, ob wir das Podcasting-Setup posten können, das machen wir gern bei neuerdings.com, aber erst, wenn wir wirklich live sind mit dem Ding, ist ja sonst albern.
Das Büro in St. Gallen hatte ich schon auf den 1. Mai gemietet. Und gleich allen möglichen Kram von zuhaus, der im weitesten Sinne etwas mit der neuen Firma zu tun haben könnte (oder mir dort seit meinem letzten Umzug im Weg stand, etwa eine Kiste mit einem Knäuel aus Modems, Mäusen, Headsets und diversen Kabeln – ITler wissen, wovon ich rede), dorthin geschleppt und irgendwo in die Ecke gestellt. Solange ich nur allein lethargisch dort rumhockte, kein Problem, aber seit wir jetzt zu dritt sind, schon ziemlich nervig, und in der täglichen Hektik kam ich auch nicht dazu, es mal zu sortieren. Dafür nutzten heute Christina und Roman die Gelegenheit, dass ich Zürich-Tag hatte, zum Aufräumen.
Und wow, als ich wiederkam, sah das Büro wie ausgewechselt aus: Nicht nur die Kisten sortiert, sondern auch Regale (D) bzw. Gestelle (CH) und Tisch aufgebaut, die neuen Computer aufgestellt, Kabel sauber gezogen, Kühlschrank nicht nur verschoben, sondern auch gefüllt – und sogar eine Blume gekauft. Und so kann Ronnie morgen früh kommen, ohne dass es uns peinlich sein muss, und wir sind morgen tatsächlich zu viert und haben jeder einen Arbeitsplatz. Ich bin begeistert. Danke.
Habe Backlog beim Firmentagebuch, wie man sieht. Das ist doof, denn das hindert einen, aktuelle Sachen zu posten. Werde also einfach ab sofort die chronologische Reihenfolge ignorieren (aber ein paar ausgewählte Geschichten der letzten Woche noch nachtragen).
Also, zur Sache: Die Hardware ist angekommen, wir freuen uns:

Christina hat den Podcasting-PC mit den beiden Monitoren (d.h. inkl. zweiter Grafikkarte) schon fast fertig aufgesetzt. Auf die Frage “Hast Du das schon mal gemacht?” gab sie die Antwort, die ich jedem Mitarbeiter, Praktikant oder fest, nur ans Herz legen kann: “Ich mach’s einfach.”
Siehe http://wm.blogwerk.com/
Tom ist noch am Arbeiten ziemlich fertig…
Gruss aus München
Peter
Eigentlich altbekannt, aber immer noch faszinierend, dass man inzwischen alles, was per E-Mail auslieferbar ist, etwa Infografiken, über das Web einkaufen und irgendwo (wobei ich mich der Einfachheit halber auf den deutschsprachigen Raum beschränke) produzieren lassen kann. Schneller und günstiger als beim Grafiker vor Ort, dafür kann man die Qualität im Voraus nur schwer abschätzen. Fremden Leuten gegenüber habe ich ausserdem überhaupt keine Hemmungen, um 18 Uhr anzurufen und zu fragen, ob man es bis morgen früh haben kann. Hans Auer mit seiner Agentur “Der Auer” in Wien kommuniziert sogar so: “Alles ist möglich bis morgen früh”, schreibt er auf seiner Website. Und tatsächlich: Er bittet um einen Vorschlag bis 22 Uhr und schreibt, er beginnt damit um Mitternacht. Um ein Uhr skypen wir nochmal, irgendwann gehe ich ins Bett, und als ich aufstehe, ist die fertige Grafik geliefert. Nicht schlecht. Mit etwas mehr Zeit wäre es besser geworden, aber mit doppelt so viel Zeit sicher nicht doppelt so gut.
Mit einem der virtuellen Mitbewerber von Auer hatte ich am Tag vorher noch die beste E-Mail-Kommunikation des Jahres:
dazu bräuchte ich folgende informationen:
01. wie groß soll die grafik sein?
02. wo wird sie eingesetzt (print oder web)?
03. bis wann soll sie fertig sein?
04. welchen honorarrahmen haben sie?
150×150mm, 4c, gelieferte daten -> 350 euro zzgl. mwst.
Bei Zeix haben wir zwar schon viele Infografiken gemacht, aber nie für Zeitungen. Ich kann daher mit der Angabe “150×150 mm” nicht viel anfangen und schreibe:
01. Wie gross? Keine Ahnung. Kann mir unter mm als Mass für sowas leider wenig vorstellen.
Antwort des Professors Stoll:
hallo herr hogenkamp,
“mm” ist eine gebräuchliche abkürzung für Millimeter
mehr dazu finden sie hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Millimetergrüße. stoll.
Tja. Daraufhin fällt mir auch nichts mehr ein. Find’s aber gut, dass so einer Professor für Gestaltung und Medientheorie an der FH Augsburg ist, ich mag seinen didaktischen Ansatz…

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